Was man über Besteuerung von Abfindungen wissen muss

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Wenn ein Aufhebungsvertrag geschlossen wird, beinhaltet dieser in den meisten Fällen auch eine Abfindungszahlung. Auf die Besteuerung von Abfindungen muss man eingehen, da diese Zahlung ausnahmslos als Bruttobetrag im Aufhebungsvertrag fixiert wird. Neben der ermäßigten Besteuerung spielt auch der Steuerfreibetrag eine wichtige Rolle. Nach einem speziellen Paragrafen mussten Abfindungen früher unter bestimmten Voraussetzungen bis zu einer Grenze von maximal 11.000 Euro nicht versteuert werden. Hinsichtlich der Besteuerung von Abfindungen ist diese Regelung allerdings seit dem 1.1.2006 obsolet. Steuerfreibeträge gibt es seitdem nämlich nicht mehr.

Nach Auffassung der obersten Finanzjustizbehörde sind Abfindungen Zahlungen, die der Arbeitnehmer erhält, damit etwaige Kündigungsnachteile ausgeglichen werden können. Vor allem aber für den Verlust des Arbeitsplatzes soll dieser Ausgleich gelten. Ein ursächlicher Zusammenhang muss dahingehend zwischen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und der Abfindungszahlung durch das Unternehmen gegeben sein. Erleichtern soll die Abfindung dem Arbeitnehmer den Übergang in ein neues Arbeitsverhältnis beziehungsweise den Start in das Leben als Rentner oder Vorruheständler. Ferner sollen etwaige Vermögensverluste, die durch die Aufgabe des Arbeitsplatzes entstanden sind, ausgeglichen werden. Somit kommt der arbeitsrechtlichen Abfindung ein Entschädigungscharakter zu.

Ob die Abfindung gerade anlässlich der Auflösung des Arbeitsverhältnisses gezahlt wird oder nur aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, haben die Finanzbehörden immer zu prüfen. Im Sinne des oben erwähnten Paragrafen handelt es sich nur um eine „echte“ Abfindung, wenn diese gerade wegen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses erbracht wird. Nur solch eine geartete Abfindung unterliegt der Steuerbefreiung. Ob es sich bei der Abfindung also um Leistungen zum Ausgleich der Nachteile wegen der Kündigung des Arbeitnehmers (also eine „echte“ Abfindung) handelt oder ob die Abfindung einen bereits erarbeiteten Anspruch (Tantiemen oder Weihnachtsgeld) abdeckt, muss hier untersucht werden. Bildquelle: ©Bernd Kasper  / pixelio.de

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